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Theres Cassini, SYNTHESE IN DER BOX
2025, Metall, Holz, 180x180x260cm |
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THERES CASSINI,
SYNTHESE IN DER BOX
Es geht dabei um ÖFFNUNGEN,
um das kreative Zusammenführen zweier Künstler/innen, die in ihrer jeweiligen Disziplin Großartiges geleistet haben.
Maria Lassnig zählt mit ihren “Körperbewusstseinsbildern” zu den bedeutendsten Malerinnen des 20.Jahrhunderts
und Robert Musil mit seinem Hauptwerk “Der Mann ohne Eigenschaften” zu den wichtigsten Schriftstellern der Moderne.
Beide Künstler/innen fordern dazu auf, sich auf neue Perspektiven einzulassen. Musils Möglichkeitssinn und Lassnigs
körperliche Introspektion „öffnen“ das Denken und Fühlen.
Maria Lassnig - REFLEXIVE BESEELUNG
Ich, der Rahmen von Maria Lassnigs Atelierfenster,
schenkte ihr 25 Jahre lang das Nordlicht zum Malen.
Nun bin ich Skulptur. ÖFFNUNGEN
Der Titel der Skulptur spricht in der Ich-Form und lässt den Rahmen direkt zu Wort kommen. Diese „Reflexive Beseelung“
entsteht in der vielschichtigen Beziehung zwischen Material, Inschrift und Betrachter/Betrachterin: Der Rahmen verweist auf
seine Rolle in Lassnigs Schaffen, während er zugleich eine neue Bedeutung in Cassinis Werk erhält.
Die 3 Farben der Box sind dem typischen Farbspektrum Maria Lassnigs entnommen.
Maria Lassnig lebte und arbeitete nach ihrer Rückkehr 1980 aus New York bis zum Jahr 2005 in ihrer Wiener Dachatelierwohnung
in der Maxingstraße 12. Unter dem Nordlicht, das durch das Atelierfenster einfiel, schuf sie 25 Jahre lang viele ihrer Hauptwerke,
darunter die bekannten Body-Awareness Bilder. Im November 2024 wurde das undichte Atelierfenster erneuert -
der Rahmen wurde nun zur Skulptur.
Robert Musil – TÜREN UND TORE
Der Türrahmen der Box trägt die Inschrift eines Zitates aus Musils Hauptwerk,“Der Mann ohne Eigenschaften”:
Wenn man gut durch geöffnete Türen kommen will,
muss man die Tatsache achten,
dass sie einen festen Rahmen haben.
MoE, GW I, S.18
Musils berühmtes Konzept des „Möglichkeitssinns“ ist als metaphorische ÖFFNUNG zu verstehen: Es geht darum, nicht nur
das Tatsächliche zu sehen, sondern auch das Mögliche, das sich als potenzielle Zukunft eröffnet. |
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