wir sind noch nicht so weit 2004

Cassinis Fotoarbeiten sind abgewandelte Wirklichkeiten, Fiktionen.
Bestimmte Themen lassen sich nur so vermitteln. Sie sind Märchen und Horror zugleich: Als "Horror-Märchen" ermöglichen sie einen friedlichen Umgang mit unseren Ängsten.
Raum und Zeit werden also bewusst manipuliert. Jedes einzelne Bild setzt sich aus vielen fotografischen Einzelblicken zusammen, die am Computer synthetisiert werden.

Das Projekt "wir sind noch nicht so weit"
bestand ursprünglich aus neun Triptycha.

  

Uralte Sehnsüchte, kollektive Einsamkeiten, Ängste, Zwänge und Albträume wurden in zwei Close up Schritten verdichtet. Im letzten und dritten Schritt gelangten sie zu einer fast völligen Abstraktion. Die unterschiedlichen Themen lösen sich (auf). Es wird eine große Ähnlichkeit und Gemeinsamkeit zwischen ihnen sichtbar.

Die Triptycha wurden später aufgelöst und
in einer vermischten Anordnung zu einem neuen thematischen Kontext zusammengeführt.

Ein weiteres Thema in diesem Werkzyklus ist die Rauminstallation Umrisskörper mit Böcken.   

 

Die Umrisskörper werden aus einzelnen Bildern "herausgerissen".
Sie werden zu fallenden und stürzenden, lebensgroßen Figuren. Flache Umrisse, die - an der Wand befestigt - als dreidimensionale menschliche Körper, Leiber, erscheinen.
Die neun Böcke sind Objekte mit den Berührungsspuren der Vergangenheit.
Vom Angstschweiß bis zum Lustschweiß.
Sie stehen da. Immer geerdet.
Oft sexuell besetzt.
Stabil, brutal und sinnlich.


Der Titel des Projektes ist eine späte Antwort auf Martin Kippenbergers Kisterl (ein Fundstück - 1991), dem er den handgeschriebenen Zettel ich bin noch nicht so weit – MK eingelegt hat. (Objekt verschollen).


weiterführende Texte >>